Malaysia

Juni 2017

26. - 29. Juni 2017, Kuala Lumpur

Die drei Tage, die ich in KL verbracht habe, sind rum wie im Flug. Am ersten Tag habe ich versucht zwei Moscheen zu besichtigen - die erste war wegen Renovationsarbeiten geschlossen und die zweite, weil gerade ein paar muslimische Feiertage waren (Ende des Ramadan). Wegen dieser Feiertage waren auch andere Einrichtungen und Museen geschlossen. Das war Pech, aber selber Schuld, wenn man vorher nicht recherchiert ... KL hatte natürlich trotzdem haufenweise zu bieten. Auf meiner Reise war das bisher die modernste Stadt - absolut zu vergleichen mit europäischen oder amerikanischen Grossstädten (man darf sogar das Klopapier ins Klo werfen ... Leute, das war vielleicht ungewohnt :-)). Es ist auch die Stadt der multikulturellsten und multiethnischsten Bevölkerung; Malay (hauptsächlich Moslems und die grösste Bevölkerungsschicht), Chinesen, Inder, Tamilen, Australier, Europäer und dann noch die ganzen Touristen. Obwohl es in der jüngeren Geschichtedes Landes (in den1960ern) ein hässliches Kapitel gibt, in dem Muslime durch die Strassen zogen und vor allem Chinesen niedermetzelten, scheinen heute - jedenfalls in KL - alle relativ friedlich zusammenzuleben. Obwohl es sich um ein muslimisches Land handelt, ist das Leben in KL offen und liberal; man sieht alle möglichen Kleidungsstils, von der Vollverschleierung bis zu den Hot-Pants. Gerade die junge, chinesische Generation kleidet sich ohne jegliche konservativen Normen. Auch hat KL ein reges und mit Alkohol getränktes Nachtleben. Ich muss sagen, ich habe das multikulturelle Mischmasch und die - angebliche - Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensweisen sehr geschätzt. Vielleicht leben die Menschen hier mehr nebeneinander her als miteinander, aber sie schlagen sich wenigstens nicht (mehr) die Köpfe ein.   
Die Highlights meiner drei Tage waren die diversen Orte mit "a view". Am ersten Abend war ich in der Heli Lounge, eine Bar, von der aus man aufs Dach des Gebäudes gelangen kann, welches tagsüber als Helikopterlandeplatz dient. Die Getränkepreise haben sich gewaschen, aber die Location ist wirklich speziell cool. Am nächsten Tag war ich auf dem Menara KL, ein ehemaliger Fernsehturm und heute Touristenattraktion Nr. 2. Die Sicht ist sensationell und auch das Wetter hat gut mitgespielt. Überhaupt hatte ich enormes Glück mit dem Wetter; in KL kann es zwischen heiss-feucht und heftigen Gewittern mit Wolkenbrüchen hin und her wechseln. Ich habe zwar mehrere Gewitter erlebt, aber ich war immer schön im Trockenen ;-). Der Menara KL hat sich also sehr gelohnt, obwohl sie einem hier das letzte Hemd abknöpfen - natürlich nur den nicht-malayischen Touristen, die zahlen nämlich nie diese horrenden Eintrittspreise. Am dritten Tag war ich dann schliesslich noch in der Sky Bar des Traders Hotel, von der aus man einen guten Blick auf die Petronas Twin Towers hat. Wo ich nicht war, sind die Petronas Twin Towers, Attraktion Nr. 1, selber; die Online-Tickets waren für alle Tage schon ausverkauft und die Alternative wäre gewesen, um 8.30 Uhr in die Schlange zu stehen ... Ähh, nein danke ;-). Ich habe sie aber, wie man den Fotos entnehmen kann, aus den verschiedensten Perspektiven geknipst. Ansonsten bin ich durch die Strassen spaziert, so sieht man immer am meisten von einer Stadt, und habe mir verschiedene Quartiere angesehen. Obwohl ich gelesen hatte, dass KL für Fussgänger eine totale Katastrophe sei, fand ich es in Wirklichkeit gar nicht so schlimm. Es gibt ganz viele Überführungen, sogenannte Sky-Bridges - zum Teil sogar klimatisiert, haha, - die manchmal über ganze Strassenzüge führen und einen sicher von A nach B bringen, echt cool. Im Vergleich zu, z. B. Yangon, war KL eine wahre Grünquelle. Es gibt ganz viele Parks und Grünflächen zum spazieren und sich von der Hektik der Stadt zu erholen. Als Fazit würde ich sagen, dass mir KL super gefallen hat, aber es ist auch etwas langweilig, gerade weil es halt sehr "westlich" ist. Nicht wie Bangkok und schon gar nicht wie Mandalay oder Yangon.

25. Juni 2017, Kuala Lumpur

Nach einer Odyssee, fast im wörtlichen Sinn, bin ich in Kuala Lumpur (KL) angekommen. Ich sitze im süssen Café, dass dem Hotel angeschlossen ist, und habe gerade die erste richtige Mahlzeit zu mirgenommen heute - es ist jetzt 18.40 Uhr Lokalzeit, allerdings sind die Malayen den Thai um eine Stunde voraus, d.h. zur Schweiz sind es jetzt sechs Stunden Zeitdifferenz. Die Reise ging heute morgen um kurz nach 6 Uhr los, per Taxi (30 min.) zur Fähre (1.5 h, aber mit einer halben Stunde Verspätung), dann weiter mit dem Bus zum Flughafen (1.5 h, immer noch mit der gleichen Verspätung), aber da der Flug auch verspätet war, spielte es am Ende eh keine Rolle mehr. Nach ungefähr einer Stunde gings dann von Surat Thani nach KL (1.5 h). Ich bin um 16 Uhr Lokalzeit gelandet und die Einreise hat eeeewig gedauert, aber ich hatte nette Begleitung, dann gings schneller. Die Taxifahrt war wahrscheinlich das Highlight von heute: Der Fahrer hat sich genervt, weil er das Hotel nicht kannte und da ich keine SIM-Karte gekauft habe (bin ja nur 5 Tage hier) und daher kein Datenroaming hatte, konnte ich keine Telefonnummer des Hotel nachschauen oder Google-Map zu rate ziehen. Irgendwann hat er dann Google-Maps auf seinem Smart-Phone geöffnet und ich habe die Adresse eingegeben ... Das Problem war nur, er konnte nicht nach Karte bzw. nach Navi-Ansage fahren. Er hat gewendet, bevor wir überhaupt an der Stelle waren, wo man hätte abbiegen müssen. "Hier kann man nicht abbiegen!" Nein, logo nicht, das war auch nicht die richtige Strasse!!!! Irgendwann hab ich gesagt, er soll mir das Telefon geben, und dann habe ich ihn navigiert ... und das Hotel beim ersten "richtigen" Versuch gleich gefunden. Vielleicht sollte ich als Taxifahrer in KL anfangen ...? Genug der Abenteuer für heute. Ich bin gleich im Café geblieben, weil sich ein riesiges Gewitter über KL ausleert. Morgen gehts hoffentlich auf Erkundungstour ;-)