Philippinen

Drei Stunden von Vietnam und Südostasien entfernt und man befindet sich in einer komplett anderen Welt: Andere Religion, andere Kultur, andere Gerichte. Katholisch, leider nicht unbedingt im besten Sinne, kulturell eine amerikanisierte Mischung mit einer Prise Kolonialspanien - manchmal könnte man meinen, in Mittelamerika zu sein. Auf den Teller kommt Fleisch, Fleisch und Fleisch, dazu gibt es Reis mit Reis. Ich glauben 2018 wird vegetarisch ... Wiedereinmal klingt das alles sehr negativ, aber natürlich haben wir praktisch nur positive Erfahrungen mit den Menschen gemacht, die herzlich und freundlich sind und mit denen man sich zur Abwechslung mal richtig unterhalten kann - alle, die wir getroffen haben, sprechen gut bis sehr gut Englisch, vermutlich immer noch der US-amerikanische Einfluss und die Tatsache, dass der Schulunterricht in Englisch stattfindet. Die Amerikaner waren bis 1903 die Kolonialherren der Philippinen, nachdem sie das Land von japanischer Besatzung"befreiten". Obwohl die Philippinen als entwickelt gelten, gibt es nach wie vor viel Armut und Menschen, die in einfachsten Verhältnissen leben. Eigentlich gibt es alles und man ist technologisch, kommerziell oder medizinisch auf europäischem Stand, aber ebenso wie in Thailand steht dies nicht allen offen; die Schere zwischen Arm und Reich ist gross, grösser meiner Meinung nach als in Kambodscha oder Myanmar, wo es grundsätzlich allen noch an Grundlegendem fehlt. Es wird immer gesagt, dass Indien für einen grossen Teil der Überbevölkerung verantwortlich ist ... ich könnte mir vorstellen, dass die Philippinen nicht weit zurück liegen - das Kinderkriegen hat hier Ausmasse, die wir uns gar nicht mehr vorstellen können - und es scheint auch kein Umdenken in Sichtweite zu sein, da die katholische Kirche natürlich jegliche Gegenmassnahmen verbietet (daher die Bemerkung zum Katholizismus). Aber es ist wahrscheinlich nicht nur das; gesellschaftlich wird es vermutlich auch erwartet bzw. so praktiziert, da Kinder als Altersvorsorge angesehen werden. Dass Kinder ohne Schul- und Ausbildung (aus finanziellen Gründen) die Eltern im Alter nicht werden unterstützen können, sieht man wahrscheinlich nicht.